Hunde immer auf dem Sprung
Beselicher Hundesportclub zeigte sich beim großen Agility-Turnier von seiner besten Seite

Zu einem Höhepunkt im Jubiläumsjahr anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Beselicher Hundesportclubs wurde ein landesweit ausgeschriebenes Agility-Turnier, zu dem einige Hundesportvereine aus den Nachbarregionen anreisten. Um die Organisation reibungslos abwickeln zu können, hatten die Gastgeber den befreundeten Verein der Hundesportler Goldener Grund mit ins Boot genommen.





Beselich-Obertiefenbach. Kleine Hunde sind flink und können bei der Siegerehrung auf den Arm genommen werden. In der Kategorie A1, Small, gewann Katja Laux mit Sina vom VdH Goldener Grund mit der Note Kleine Hunde sind flink und können bei der Siegerehrung auf den Arm genommen werden. In der Kategorie A1, Small, gewann Katja Laux mit Sina vom VdH Goldener Grund mit der Note "sehr gut" vor Andrea Rapprich-Döll (Lich), Laila Münch (Oberstedten) und Nicole Tafferner (Karben).

Aktive und Publikum konnten ein positives Bild vom Beselicher Hundesport Club mit nach Haus nehmen. Sei es von dem im Bau befindlichen neuen Clubhaus und dem ebenfalls der Fertigstellung entgegengehenden Gelände wie auch vom Niveau der Sportveranstaltung selbst. Die meisten der in den Parcours gesandten Vierbeiner zeigten sich gut erzogen und ausgebildet und den Anforderungen gewachsen, wenn auch etliche von ihnen nicht in die Wertung kamen, weil sie sich in ihrer Aufregung oder Verspieltheit nicht recht auf ihre Aufgabe konzentrieren konnten.

Agility ist eine aus England stammende Hundesportart. Kernstück ist die fehlerfreie Bewältigung eines Hindernis-Parcours, bei dem verschiedene Rassen und Größen in ihren Temperamenten kaum zu bremsen sind. Mit dem Hund über den Parcours hält auch Herrchen und Frauchen fit. Die Kommandos "Sitz!" und "Platz!" kennt praktisch jeder Hund – was aber ist mit "Slalom" oder "Jump"? Auf dem Turnierplatz konnten die Turnierleitung, die Richterin Sylvia Kosanka und das sachkundige Publikum feststellen, wie perfekt die Hunde diese und weitere Befehle von Frauchen und Herrchen erlernt haben, und was sie in ihrer Ungeduld, vom Start endlich losrennen zu können, in Erfolge umsetzen konnten. So waren denn auch einige der Besitzer enttäuscht, wenn ihre Lieblinge an Hindernissen vorbeirannten, sich im Slalom verhedderten oder von der falschen Seite in einen Tunnel rannten. Die fehlerfrei bleibenden Starter ernteten Lob und Streicheleinheiten.

Die Vielfalt der Rassen zeigten den Betrachtern, dass prinzipiell die meisten Hunde für diesen Hundesport für die ganze Familie geeignet sind. Das Wichtigste daran ist, dass der Hund Spaß hat und keine Schädigungen seines Bewegungsapparates erleidet. Keiner der vierbeinigen Wettkämpfer schien überfordert, manche zeigten, dass sie noch einiges zu lernen haben, wenn sie um die vorderen Plätze mitmischen sollen. Dass sie gesund und munter sein müssen, versteht sich von selbst, dass sie gehorsam sein oder werden müssen, ebenfalls, sonst wird es nichts mit dem Lotsen über die Hindernisse. Es versteht sich auch, dass auf dem Beselicher Turnierplatz viele große Hunde mit ihren Herrchen und Frauchen hinter dem Zaun als Zuschauer saßen. Sie sind wegen ihrer geringeren Wendigkeit eher für andere Disziplinen geeignet und selten beim Agility zu beobachten. Kleine oder mittelgroße Hunde sind dagegen mit Begeisterung dabei.

Den Regeln des Agility entsprechend, hatten die Hunde die Kategorien des "A-Laufs" und des "Jumping" zu absolvieren. Beim A-Lauf gab es neben Sprunghürden auch Kontaktzonengeräte, die der Hund beim Betreten und Verlassen eines Gerätes in einen bestimmten Bereich berühren musste. Hier waren vor allem Geschicklichkeit und Taktik gefragt. Beim Jumping hingegen zählte Schnelligkeit. Hund und Herrchen mussten einen Parcours aus Sprunggeräten, verschiedenen Tunnels und einem Slalom in vorgegebener Reihenfolge schnellstmöglich und fehlerfrei bewältigen. Bei den Läufen mussten die Hindernisse im Parcours in der nummerierten Reihenfolge absolvieren. Ausgelassene oder in der falschen Reihenfolge genommene Hindernisse führen zur Disqualifikation. Einige der Hunde waren kaum zu bremsen. Aufgeregt wackelten sie mit dem Hinterteil und wedelten mit den Schwänzen, kläfften und rannten los, bevor das Kommando zum Start gegeben wurde.

In Wettkampfsituationen sind die Hunde genauso angespannt wie mancher Hundeführer. Wenn Herrchen oder Frauchen unruhig werden, wird auch der Hund zappelig. Und das ist nicht gut, denn schließlich durchquert der Hund den gesamten Parcours völlig frei – ohne Halsband und Leine – und darf vom Hundeführer während des Laufs nicht berührt werden. Er wird ausschließlich mit der Stimme seines Begleiters und dessen Körpersprache über die Hindernisse geführt. Hund und Begleiter müssen sich also perfekt verstehen, damit keine Probleme oder Missverständnisse bei der Parcours-Durchquerung entstehen. Es gibt allerdings keine vorgegebenen Kommandos – jedem Hundeführer ist es selbst überlassen, mit welchen Handzeichen und Befehlen er seinem Hund den Weg weist. Turnierleiter Thomas Gaul, der wie auch seine Vereinskameraden anderes zu tun hatten, als an den Start zu gehen, erwies sich als souveräner Sprecher, der während des Turnierablaufs wie auch bei der Siegerehrung die richtigen Worte fand und auch allen dankte, den Helferinnen in der Küche und im Service inbegriffen, die zum guten Gelingen des Turniers beigetragen haben.

Ergebnisse

Kategorie A1: Small: 1. Katja Laux (VdH Goldener Grund) mit Sina sg 2,50 m/s; 2. Andrea Rapprich-Döll (HundesportLich) mit Happy Hermes sg 2,63 m/s; 3. Laila Münch (SV OG Oberstedten) mit Faye sg 2,74 m/s. – Large: 1. Andreas Münch (Oberstedten) mit Elli v1 4,29 m/s; 2. Pablo Störk (AT Wiesbaden) mit Caja v2 4,04; 3. Marietta Kudyba (AC Wiesbaden) mit Finjaq v3 3,14.

Kategorie A2: Small: 1. Kerstin Schaaf (Ilversheim) mit Magic v 2,97. – Medium: Dieter Dormeier (Heddesheim) mit Barney g 2,67; 2. Bianca Weisser HundesportclubLich) mit Bluma g 2,66. – Large: 1.Nadine Müller (Hirzenhain) mit Lissy sg 3,82; 2. Anna Hirschmann (SV Hauptverein) mit Megan g 2,85.

Kategorie A 3: Small: 1. Stefanie Sehn (Bunte Hunde Neubrunn) mit Luna v1 4,37; 2. Andrea Herbel (Saarpfoten) mit Wisky v2 4,27; 3. Nathalie Jores Frankfurt-Bockenheim) mit Nougat v 3,43. – Medium: 1. Florian Nees (Mainfingen) mit Chikara v1 4.07; 2. Gabi Prause (Idstein) mit Elli v2 3,80; 3. Ingeborg Miedtank (Sprendlingen mit Nell v 3,37- Large: 1. Sabine Kreutz (CBP) mit Chewy v1 5,02; 2. Cornelia Adams (AF Rhein-Main) mit Marley v2 4,19; 3. Susanne Häusel (Ostheim) mit Fae v 4,73.

Jumping 1: Small: 1. Laila Münch (Oberstedten) mit Faye v1 3,19; 2. Nicole

Tafferner (Karben) mit Milo g 2,17; 3. Andrea Rappeyrich-Döll (Hundesportlich) mit Happy o.b 2,36. – Medium: 1. Mareike Dorn (Bad Soden) mit John-Boy v 4,28; Petra Klee (AT Wiesbaden) mit Polly v 3,89. – Large: 1. Pablo Stork (AT Wiesbaden) mit Caja v1 4,78; 2. Wilfried Peil (Marburg) mit Crissy v2 3,65; 3. Anja Morneweg (Neu-Anspach) mit Maja v3 3,89.

Jumping 2: Small: 1. Natalie Jores (Frankfurt-Bockenheim) mit Kasper v1 4,97.- Medium: 1. Dieter Dormeier (Heddesheim) mit Barney v1 3,42; 2. Karl-Heinz Brauer (Mainzer HV) mit Ina v 4,33. – Large: 1. Gabriele Leverenz (Karben) mit Cato v 3,28; 2. Anna Hirschmann (SV Hauptverein) mit Megan sg 2,81; Aexandra Praml (Sprendlingen) mit Dingo sg 4,40.

Jumping 3: Small: 1.Inge Pössnecker (Ostheim) mit Pixel v1 5,20; 2. Stephanie Sehn (Neubrunn) mit Luna v2 4,77; 3. Nathalie Jores (Frankfurt-Bockenheim) mit Nougat v3 4,48. – Medium: 1. Florian Nees (Mainflingen) mit Chikara v1 4,32; 2. Laura Hopp (Dreieichenhain) mit Champ v2 3,94; 3. Denise Remy (Offenbach) mit Giny v 3,61. – Large: 1. Cornelia Adams AF Rheim-Main) mit Marley v1 4,81; 2. Ute Grau AF Rhein-Main) mit Kid v 4,44; 3. Frank Kühnapfel (Taunusstein) mit Askan v 3,96. (mhz)

NNP Artikel vom 29. August 2012, 03.23 Uhr (letzte Änderung 29. August 2012, 05.03 Uhr)