Zeitungsbericht der NNP: Hundesport schweißt zusammen

Ein tolles Team: Ulla Voss und Curly vom Beselicher Hundesportclub.
Beselich-Obertiefenbach.

Beim „Tag des Hundes“ hat der Beselicher Hundesportclub bemerkenswerte Einblicke in seine Arbeit gewährt.

Zu Tieren hatte Ulla Voss immer schon eine besondere Beziehung. Mit ihren Pferden ritt sie Turniere für Niederzeuzheim, Hunde hatte sie schon immer nebenbei, erzählt die Steinbacherin. Die 60-Jährige wäre von alleine aber nie auf die Idee gekommen, an Hundewettkämpfen teilzunehmen. Doch irgendwann kam Freundin Heike zu ihr: „Komm doch mal mit zum Hundeclub.“ Voss willigte ein, denn sie besaß vor zwölf Jahren zwei junge Border Collies, die eine gute Erziehung durchaus gebrauchen konnten. Also schaute sie einfach mal auf dem Trainingsgelände des Beselicher Hundesportclubs in Obertiefenbach rein. Dass sie heute noch immer dort sitzt, hat viel mit dem Zusammenspiel von Hund und Mensch als Team zu tun, das sie hier gelernt hat und von dem sie fasziniert ist.

Zum „Tag des Hundes“ hatte der Club eingeladen, um neue Interessenten für seine vielfältigen Kurse und Sportangebote zu finden. Die beste Werbung für den Verein sind Leute mit Leidenschaft wie Ulla Voss. „Nie mit Gewalt versuchen, den Hund zu etwas zu bringen“, rät sie Neulingen. Wer mit Druck arbeite, verspiele nur Vertrauen. Und das sei das Wichtigste, damit das Zusammenspiel von Mensch und Hund im Wettkampf optimal funktioniert.
Tägliches Training

Mit neuen Hunden macht die Hadamarerin in Beselich ihre Begleithundeprüfung, so wie mit der neuesten Sportlerin im Stall, der siebenjährigen Curly. Die ersten vorderen Platzierungen bei Vierkampf-Wettbewerben holte Voss mit ihrer mittlerweile verstorbenen Hündin Tate. Die Begeisterung für den Hundesport ist bei der 60-Jährigen geblieben. Heute startet sie schon in der zweithöchsten Wettkampfklasse. Einmal Training pro Woche reichen dafür nicht. Wer sich und seinen Hund fit halten und bei Wettkämpfen um den Sieg mitmischen will, muss täglich trainieren. Bei ihren Spaziergängen läuft Ulla Voss mit Curly dann schon mal im Zickzack-Kurs über die Wiese oder sie stellt im Garten selbstgemachte Hürden auf. „Dem Hund ist es letztlich egal, wo er drüber springt“, weiß sie. Nur immer stupide dieselben Wettkampfübungen zu proben, würde den Hund irgendwann nur verrückt machen, ist sie überzeugt.

Um das richtige Maß für die Wettkampfvorbereitung zu finden, braucht es Erfahrung. Die muss auch etwas Spielerisches haben, um den Hund bei Laune zu halten. Und wer seinen Hund mit Trainingsstunden und Wettkämpfen überzieht, könnte, so Voss, den Hund irgendwann nicht mehr zu Bestleistungen bringen. Natürlich werden die Hunde in unterschiedliche Klassen eingeteilt, weil nicht alle Rassen dieselbe Grundschnelligkeit und Ausdauer haben. Auch die Hundehalter werden bei Wettkämpfen nach Leistungsvermögen sortiert, weil sie mit ihrem Vierbeiner auf der Strecke bleiben müssen. „Und ein Laufduell gegen einen 20-Jährigen werde ich kaum gewinnen“, ist Ulla Voss realistisch.

Trotz allem Ehrgeiz steht bei ihr die Freude an der gemeinsamen Arbeit mit dem Hund über allem. Sie übt Gehorsam, Slalom- und Hindernislauf. Thomas Gaul, einer der erfahrenen Trainer im Club, weiß: „Wenn ein Hund beim Üben einen Fehler macht, sofort unterbrechen und wiederholen.“ Denn sonst schleichen sich schnell dauerhafte Fehler ein, die später kaum noch auszzumerzen sind. Wenn der Hund etwas richtig macht, hilft ein Leckerli als Motivationshilfe.

Interessierte Hundehalter können sich, wenn ihr Hund zwölf Wochen alt ist, in Beselich der Welpengruppe anschließen. Bei den Übungen wird die Bindung zwischen Hund und Besitzer gefestigt. Neue Halter können beim Verein auch viel über die richtige Hundehaltung und die Ernährung ihres Lieblings erfahren. Wenn der Hund einmal die Grundbegriffe des Gehorsams erlernt hat, locken viele weitere Angebote beim Hundesportclub, die Mensch und Tier belegen können. Ein gut ausgebildeter Hund, der ausreichend Bewegung hat, ist laut Gaul für jeden Halter hilfreich.

Neu im Club ist der aus den USA nach Europa geschwappte Sport Flyball. Wie Tom Pauly erzählt, versucht der Verein seit zwei Monaten, ein neues Team für die Deutsche Meisterschaft aufzubauen. Derzeit sind zwölf Paare im Training. Im Flyball geht es um Teamgeist, Geschwindigkeit und Koordination. Sechs Hunde gehören zu einem Staffelteam. Der erste Hund läuft blitzschnell Richtung einer Flyballbox los. Dort absolviert er wie beim Schwimmen eine schnelle Wende, bei der er einen aus der Box abgegebenen Ball mit der Schnauze aufnehmen muss. Erreicht er mit diesem das Ziel, darf sofort der nächste Hund loslaufen. Macht er einen Fehler, muss er den Parcours später wiederholen. Gestoppt wird die Endzeit erst, wenn alle Hunde einer Mannschaft jeweils eine Runde erfolgreich hinter sich gebracht haben.

Wer Lust die Angebote des Hundesportclubs ausprobieren will, erfährt mehr im Internet: www.beselicher-hundesportclub.de.
(rok)