Die Kunst des Gehorchens

Bericht NNP Artikel vom 27. September 2012, 18.12 Uhr (letzte Änderung 28. September 2012, 04.07 Uhr)

Erfolgreiches Obedience-Turnier des Beselicher Hundesportclubs

Die Teilnahme an Obedience-Kursen (Gehorsamkeit) ist jedem Hundebesitzer zu empfehlen. Denn soviel brave Hunde auf einem Haufen wie beim Turnier des Beselicher Hundesportclubs (BHSC) auf dem vereinseigenen Platz sieht man selten. Dort ging es um die hohe Kunst der Unterordnung.

Beselich-Obertiefenbach.
Beim Gehen wurde auf den Einklang von Hund und Führer geachtet. Foto: Klöppel

Ein Hund, der nicht wild bellt, andere Hunde in Ruhe lässt und artig sitzen bleibt, obwohl das Frauchen schnellen Schrittes weggeht, wer wünscht sich das nicht? Und das sei mit jedem Hund, ob Rassetier oder Mischling, erreichbar, betont BHSC-Ausbilderin Kathrin Helbig. Wenn es in der Realität viele Hunde gebe, die ungehorsam seien, so liege dies einzig und alleine an den Besitzern. Denn wenn der Hund von Anfang an konsequent lerne, wer der "Rudelführer" ist, funktioniere das Miteinander mit dem Menschen auch, so Helbig. Wer dagegen dem Hund alles durchgehen lässt, dürfe sich nicht wundern über einen nervösen oder aggressiven Hund.

 

Gebiss zeigen
Alle Hundeführer, die am "2. Oberlahn-Cup" teilnahmen, hatten zumindest zuvor bereits erfolgreich eine Begleithundeprüfung abgelegt und wussten, "wie der Hase läuft". In vier Klassen wurde um den Sieg gekämpft. Wobei Kämpfen oft gar nicht gefragt war, sondern eher, einfach einen kühlen Kopf zu bewahren. Schon die Anfänger mussten elf Übungen erfolgreich hinter sich bringen. Dabei wurde das Verhalten der Teilnehmer auf dem Platz gegenüber anderen Hunden beobachtet, die Leinenführigkeit und der Umgang zwischen Hund und Mensch. Die Hunde mussten ihr Gebiss zeigen, auf Befehl kommen, aus der Bewegung in die Sitzposition wechseln und einiges mehr. Die jüngsten Hunde waren erst 15 Monate alt. Die meisten blieben erstaunlich konzentriert und ruhig, obwohl sich die Prüfungen über den ganzen Tag hinzogen.

Wer aber in der höchsten Klasse (3 international) unter den Ersten mitmischen wollte, durfte überhaupt keine Schwächen zeigen. Und die Aufgaben dort sind wirklich sehr anspruchsvoll. So musste der Hund vier Minuten liegenbleiben, ohne Sichtkontakt zum Hundeführer, über Hürden und in angezeigte Richtungen apportieren und verschiedene Gerüche unterscheiden. Wie hoch das Niveau in Beselich und in der Region im Hundesport ist, zeigte sich an den hohen Wertungen für die Besten der unabhängigen Richter. Dass diese keine Gefälligkeitspunkte verschenkten, zeigte sich deutlich daran, dass auch hin und wieder konsequent eine Null gezückt wurde. Oft war bei diesem Turnier aber auch die Zehn auf den Tafeln zu sehen, so dass die Pokale mit hohen Wertungen weggingen.

Bei den Anfängern setzte sich Esther Ebertshäuser mit Anchu vom HSV Montabaur mit 284,6 Punkten und der Gesamtnote "Vorzüglich" durch. In der Klasse 1 siegte Daniela Lemke mit Nicky von den Hundefreunden Fleckersthöhe mit 254,0 Punkten und ebenfalls einem "Vorzüglich". Einen starken zweiten Platz sicherte sich vom gastgebenden Verein Sylvia Bendel mit Spoony, die auch auf "V" und 248,5 Punkte kam. Ein "Sehr Gut" und 213,5 Punkte reichten der Beselicherin Victoria Medina-Hartmannshenn und Ayla zum fünften Rang. In den höheren Klassen 2 und 3 waren keine heimischen Hunde am Start. In beiden Wertungen siegte von den Taunushunden Heike Ungar mit "Vorzüglich". In der 2 erreichte ihr Hund Lenny 276,5 Punkte, in der 3 Sandor 305,50 und somit die Tageshöchstwertung.

Ab Oktober beginnt beim Beselicher Hundesportclub wieder eine Begleithundeprüfung. Je nach Hund kann bereits nach zwölf bis 16 Wochen die Abschlussprüfung abgelegt werden. Wer das geschafft hat, kann bei der Obedience-Gruppe für Anfänger mitmachen, die unter Helbig immer freitags von 18 bis 19 Uhr auf dem Beselicher Platz trainiert. Die Fortgeschrittenen sind immer samstags, 15 bis 16 Uhr, manchmal auch bis 17 Uhr an der Reihe. Wer gute Ergebnisse bei Obedience-Wettkämpfen erzielen wolle, dürfe sich aber nicht auf das angebotene Training im Verein verlassen, sondern müsse auch jeden Tag zu Hause weitertrainieren, so Helbig. Nähere Informationen: Kathrin Helbig, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Telefon: (0173) 5 65 58 75. (rok)