Allgemeines theoretisches Wissen

Ethische Grundsätze für die Ausbildung von Hunden und den Sport mit dem Hund im BHSC.

Seit mehr als zwölftausend Jahren ist der Hund Gefährte des Menschen. Durch die Domestikation ist der Hund eine Sozialgemeinschaft mit dem Menschen eingegangen. Daraus erwächst dem Menschen eine für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes besondere Verantwortung.

Ziel des Deutschen Hundesport Verbandes ist die größtmögliche Harmonie zwischen Mensch und Hund sowie die konfliktfreie Integration des Hundes in Umwelt und Gesellschaft.

Verantwortung für einen Hund zu übernehmen setzt gute Kenntnisse über dessen natürliche Veranlagungen, Bedürfnisse und Verhaltensweisen voraus. Der physischen wie psychischen Gesundheit des Hundes gebührt oberste Priorität. Deshalb gelten neben der Bedürfnisbefriedigung Nahrung und Pflege sowie Auslauf, als oberstes Prinzip tiergerechter, artgemäßer und gewaltfreier Umgang mit dem Hund. Eine tiergerechte Altersversorgung und -betreuung des Hundes muss für den Menschen selbstverständlich sein.

Ist Zwingerhaltung unumgänglich, so muss neben ausreichendem Raum für die Bewegung des Hundes und ausreichendem Witterungsschutz auch ein intensiver Umgang mit Menschen garantiert sein.

Die Anwendung aversiver Reize kann notwendig sein, um einen Hund sicher in unserer Gesellschaft führen zu können. Sie kann die Verhängung von Auflagen zur Gefahrenabwehr, wie Leinen- und Maulkorbzwang, bereits im Vorfeld verhindern. Die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes und der Hundehaltungsgesetze setzen hier enge Grenzen.

Der Hund sollte seinen Anlagen und seinem Leistungsvermögen entsprechend beschäftigt werden. Hierzu gehört neben ausreichenden Auslauf auch die intensive Beschäftigung mit Tätigkeiten, welche die Lernfähigkeit, den Bewegungsdrang sowie die übrigen Anlagen des Hundes berücksichtigen. Die verschiedenen Formen des Hundesports sind hierfür hervorragend geeignet.

Der Mensch, der seinen Hund ausbildet oder gemeinsam mit dem Hund Sport betreibt, hat sich und den ihm anvertrauten Hund einer sorgfältigen Ausbildung zu unterziehen. Die dabei verwendeten Methoden müssen die gesicherten Erkenntnisse der Kynologie, insbesondere der Verhaltenswissenschaften, berücksichtigen.

Zur Erreichung des Erziehungs-, Ausbildungs- oder Trainingseffektes ist stets die gewaltfreie und für den Hund positive Methode vorzuziehen. Der Einsatz des Hundes im Sport muss sich an seiner Veranlagung, seinem Leistungsvermögen und seiner Leistungsbereitschaft orientieren. Die Beeinflussung des Leistungsvermögens durch medikamentöse oder nicht tiergerechte Einwirkung durch den Menschen und nicht artgerechte Ausbildungs-, Erziehungs- und Trainingshilfsmittel sind abzulehnen.

Der tiergerechte und artgerechte Umgang mit dem Hund hat eine die Persönlichkeit prägende Bedeutung, besonders auch für junge Menschen. Diese Bedeutung ist im Hundesport stets zu fördern.

Quelle: DhV